Aufnahme der Neuapostolischen Kirche Schweiz in den Gaststatus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Schweiz

Am 9. April hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK CH die Neuapostolische Kirche in der Schweiz NAK in den Gaststatus aufgenommen. Die Delegierten der Plenarversammlung nahmen den Antrag des Präsidiums einstimmig in ihrer Sitzung in St. Gallen an.

In den letzten Jahren hat die NAK massgebliche Anstrengungen in der Ökumene unternommen. Daher hatte das Präsidium der AGCK CH der Plenarversammlung den Antrag auf Aufnahme in den Gaststatus empfohlen.

Nach fünf Jahren werden beide Seiten die Erfahrungen mit dem Gaststatus überprüfen. Insbesondere wird die AGCK die Entwicklung der NAK international und die ökumenische Zusammenarbeit der lokalen NAK Gemeinden beobachten. Die Gespräche in der Gesprächkommission NAK-AGCK, die zur Aufnahme geführt haben, sollen weitergeführt werden.

Zustimmung zur Charta Oecumenica

„In den Gesprächen zeigte sich, dass die NAK die Charta Oecumenica ohne Einschränkungen unterzeichnen könnte“, erklärt Pfarrerin Claudia Haslebacher, Präsidiumsmitglied der AGCK CH und Vorsitzende der Kommission AGCK-NAK. „Damit war ein wichtiges Kriterium für die Gastmitgliedschaft erfüllt.“

Die AGCK stimmte dem Gaststatus „aufgrund von früheren Erfahrungen mit anderen Kirchen und der festen Überzeugung zu, dass gemeinsame Gespräche und eine Zusammenarbeit eine Öffnung weiter fördern werden“, sagt Claudia Haslebacher.

„Jedes neue Gastmitglied der AGCK bringt einen neuen Horizont, neue Themen und Schwerpunkte mit in die Arbeitsgemeinschaft, das belebt auch den Diskurs unter den bisherigen Mitgliedern. In diesem Sinne bin ich gespannt auf die neuen Themen, die mit der NAK in die AGCK eingebracht werden“, erklärt Pfarrerin Rita Famos, Präsidentin der AGCK CH. „Ein Diskurs verändert immer beide Partner. Die AGCK hofft mit der Aufnahme der NAK in den Gaststatus die Bewegung hin zu einer ökumenischen Öffnung der NAK zu unterstützen.“

Apostel Heinz Lang, Vize-Kirchenpräsident Leitung Gesprächskommission NAK Schweiz, betont: “Die NAK hat in ihrem Kontakt zu anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften seit Jahren einen bedeutenden Entwicklungsprozess vollzogen. Auf der Basis der Charta Oecumenica wollen wir unseren Beitrag leisten, das Evangelium Jesu Christi gemeinsam mit anderen gläubigen Christen weiter zu tragen“.

Sorgfältige Vorbereitung

Dem Schritt sind intensive Abklärungen voraus gegangen: Seit 2002 fanden zwischen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und der Neuapostolischen Kirche Gespräche statt. Dabei wurden auch Sonderlehren zur Kirchenleitung und dem Entschlafenenwesen intensiv diskutiert.

Seit 2007 klärte eine Kommission im Auftrag der AGCK CH, ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit zwischen AGCK und NAK möglich wäre. Dabei wurden auch die beiden Experten Professor Georg Schmid und Dr. Rolf Weibel beigezogen.

Prüfung des gemeinsamen Weges

Der Weg der NAK mit der AGCK wird durch jährliche Fach-Gespräche begleitet. Dazu wird in fünf Jahren geprüft, wie sich der Prozess entwickelt.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK CH kennt neben der Mitgliedschaft die Gastmitgliedschaft. Gastmitglieder sind nicht im Präsidium vertreten. Sie haben in der Plenarversammlung ein Rede-, aber kein Stimmrecht.

Die NAK hat weltweit etwa 11 Millionen Mitglieder. 2013 veröffentlichte sie ihren ersten Katechismus, der die Glaubensgrundlagen beschreibt.

Christiane Faschon, Generalsekretärin der AGCK CH

V.l.n.r.: Apostel Volker Kühnle, Neuapostolische Kirche NAK, Pfarrerin Rita Famos, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK, Apostel Heinz Lang, NAK, Bischof Charles Morerod, Vizepräsident der AGCK, nach der Unterschrift der Urkunde zur Aufnahme der NAK in der Gaststatus der AGCK am 9. April 2014 (St. Gallen). Foto: Christoph Knoch.


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