«Ökumenische Kampagne» von Brot für alle, Fastenopfer, Partner sein

Das Projekt wurde am 17. Februar 2009 vom Präsidium der AGCK mit dem Oecumenica-Label ausgezeichnet.

Das Projekt ist ein Musterbeispiel für eine Ökumene, die nachhaltige Resultate hervorbringt. Es beweist, dass eine Zusammenarbeit der Kirchen trotz der Unterschiede möglich ist und dass gemeinsam auch weitgesteckte Ziele erreicht werden können. Die Kampagne hat das Ziel der Bewusstseinsbildung an der Basis unbeirrt und professionell verfolgt, sie hat die Grundlage für tätige Solidarität von Christinnen und Christen gelegt. Die Werke unterstützen Partnerinnen und Partner in Projekten vor Ort.

Die Überzeugungskraft und Professionalität, mit welcher die Kampagne durchgeführt wird, verschaffen den Kirchen und ihrem ökumenischen Handeln in der Öffentlichkeit grosse Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Trotz der umfassenden ökumenischen Zusammenarbeit legen die drei Werke aber Wert darauf, dass im Gebet, in der Meditation und in der Liturgie die unterschiedlichen Traditionen nicht verwischt werden.


Das Projekt in Kürze

Die ökumenische Kampagne wird jedes Jahr vor Ostern durchgeführt. Sie ist als Beispiel glaubwürdiger Ökumene im Leben der meisten Kirchgemeinden und Pfarreien fest verankert. Zudem erfüllen die drei Werke mit ihrer Kampagne Mandate ihrer Kirchen. 2009 kann „40 Jahre ökumenische Zusammenarbeit“ gefeiert werden, was europaweit einzigartig ist. (‚Brot für alle’ und ‚Fastenopfer’ arbeiten seit 40 Jahren zusammen, mit ‚Partner sein’ seit 1993.)

In der Kampagne geht es um die Frage, wie wir mit der Welt umgehen, die Gott uns übergeben hat. Möglichst vielen Menschen sollen die globalen entwicklungspolitischen Herausforderungen nahe gebracht werden, sie sollen bewegt werden zu solidarischem Teilen. Jedes Jahr werden weit über 250'000 Stunden Freiwilligenarbeit für die Anliegen der Werke geleistet.

In einzelnen lokalen oder regionalen Aktionen gibt es heute schon eine Zusammenarbeit mit andern Religionen. Bei den Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika wird dem Respekt vor den anderen Konfessionen und Religionen grosses Gewicht beigemessen.


Gedanken zur Ökumene

Dagmar Magold

«Einheit ist nicht eine Option, die wir wählen könnten oder nicht. Einheit ist Geschenk». Diese Worte des ehemaligen Generalsekretärs des Lutherischen Weltbundes, Dr. Ishmael Noko, haben mich geprägt. Nach Paulus sind wir alle bereits der eine Leib Christi, verbunden durch den Heiligen Geist und die Taufe und umschlungen vom Band der Liebe. Das vergessen wir oft und pflegen unsere konfessionellen und traditionellen Egotrips. Dadurch haben wir unnötig die Einheit in Christus beschädigt. Und nun meinen wir, wir müssten sie mühsam herstellen, dabei ist sie uns längst schon geschenkt. Wenn wir das alle in unserem täglichen Leben und in der kirchlichen Zusammenarbeit beherzigen würden, ragte wohl ein Zipfel des Reiches Gottes in unsere Welt. Dann wären wir alle gemeinsam, ein jedes auf seine Art, der lebendige Leib Christi und lebendige Zeugen für die Welt. Daran will ich mitarbeiten.

Pfarrerin Dagmar Magold